Damaszener Kochmesser im Test

Eine besonders hochwertige Art Messer zu fertigen geschieht unter der Verwendung eines speziellen Materials dem Damaszener Stahl. Sogenannte Damast Messer gelten als besonders widerstandsfähig und langlebig. Was bedeutet eigentlich Damaszener Stahl? Der Begriff Damaszener Stahl wird von dem arabischen Wort Damas abgeleitet und bedeutet so viel wie fließend oder wässrig. Damit wird das charakteristische wellenförmige Muster beschrieben welches die Klinge der Messer auf beiden Seiten ziert. Seinen Ursprung hat dieses Schmiedetechnik jedoch nicht wie durch den Namen häufig vermutet in den arabischen Ländern sondern im europäischen Raum durch die Kelten. Der älteste Fund eines Schwertes nach dieser Technik wird dabei auf rund 500 vor Christus datiert. Auch war die Verwendung dieses Metalls weit verbreitet wobei auch die ästhetischen Eigenschaften des Metalls so beliebt waren dass es auch zur Herstellung von Schmuck- oder Kultgegenständen verwendet wurde. Eine Verbindung zur Stadt Damaskus lässt sich nach manchen Quellen jedoch dennoch finden da sich möglicherweise dort im 15. Jahrhundert die Hochburg der Damast Schmiedekunst befand oder wenigstens ein bedeutender Umschlagplatz für diese charakteristischen Damast Stahlklingen. Aufgrund des aufwändigen Herstellungsprozesses und der Verfügbarkeit preiswerterer und effizienterer Herstellungsverfahren verlor dieser Stahl jedoch Mitte des 19. Jahrhunderts in Europa zunächst massiv an Bedeutung bevor die alte Kunst in den letzten Jahrzehnten wiederbelebt und erneut bekannt wurde. In anderen Teilen der Welt jedoch wurde die alte Tradition stets aufrechterhalten. Wie entsteht dieser besondere Stahl? Der Begriff Damaszener Stahl ist dabei ein relativ neuzeitliches Wort das sich erst innerhalb der letzten 150 Jahren als Bezeichnung für einen spezifischen Schweißverbundstahl gefestigt hat. Das Konzept hinter dieser Technik besteht jedoch bereits weitaus länger. Bei der Herstellung von Damaszener Stahl handelt es sich um einen langwierigen Schmiedeprozess der noch heute in Handarbeit der Schmiedemeister ausgeführt wird. Einen möglichen Ursprung findet diese Technik bei einem Großmeister der Messerschmiedekunst namens Deinbei Shoami aus Japan der sich schon früh dem Schmieden von Waffen widmete. Der Schmiedemeister entdeckte die Auswirkungen die ein spezifischer Vorgang des gezielten Verwalzens Schweißens und Färbens einer aus verschiedenen Metallen zusammengesetzten Stahllegierung auf die Eigenschaften des Messers hat die auch unter dem Namen Damaszieren geführt wird. Dabei zeigte sich dass dieser Vorgang einerseits eine außergewöhnliche Schärfe der Messer ermöglicht aber auch eine erhöhte Stabilität und Langlebigkeit erzeugt. Durch diese Technik des Faltens von Stahl lassen sich bestimmte Strukturen in den Metallen der Klinge erzielen und somit die elastischen Eigenschaften des Metalls optimieren. Ähnlich dem Vorgehen in der japanischen Schwertschmiedekunst werden die somit erzeugten Klingen durch eine erhöhte Biegsamkeit merklich widerstandsfähiger wobei sie gleichzeitig eine besondere Härte und Stabilität aufweisen die als besonders langlebig gilt. Auch können die auf diesem Wege hergestellten Messer besonders scharf geschliffen werden ohne die Gefahr dabei die Schneide zu brechen oder splitteranfällig zu machen. Doch nicht nur die Verarbeitung des Metalls ist für den außergewöhnlichen Schnitt und die Charakteristika des Damaszener Stahls verantwortlich sondern auch die Zusammenstellung des Materials. Denn anstelle von einem einzigen Material wird eine Kombination aus mehreren Schichten Stahl mit jeweils unterschiedlichen Härtegraden kombiniert und durch regelmäßig wiederholte Schmiedevorgänge bis zu mehreren Hundert Schichten übereinandergelegt und miteinander verbunden. Diese Kombination der Metalle sorgt für eine besondere Stabilität der Messer sodass sie bei Gebrauch oder auch beim Fallen auf einen harten Untergrund nicht splittern und auch bei häufiger Verwendung über ausgesprochen lange Zeit scharf bleiben. Durch dieses mehrfache Falten der verschiedenen Schichten und das Verschmelzen der Schichten ineinander entsteht auch das für die Messer typische Muster im Stahl. Durch das Ätzen der Klingen in Salzsäure und einer speziellen Politur kann dieser Effekt noch verstärkt werden da jedes der Metalle in den einzelnen Stahllagen ein wenig anders auf die Säure reagiert und somit eine andere Färbung annimmt. Besonders bei der Herstellung japanischer Kochmesser wird dieser Herstellungsprozess überwiegend angewendet um dem Koch ein besonders feines Schneiden seiner Zutaten zu ermöglichen. Erkennungsmerkmale der Damast Messer An dieser Färbung lässt sich ein Damast Messer und damit ein Messer besonders guter Qualität auch häufig erkennen. Der Begriff Damaszener Stahl selbst jedoch ist nicht geschützt was dazu führt dass Plagiate oder billige Walzlaminate häufig als Damast verkauft werden. Dabei wird diese Überlagerung des oft einfachen und rostfreien Messerstahls mit einer im Schweißverbund darüber gelegten Streifentapete kann oftmals unter dem Namen Damast verkauft. Diese Messer jedoch tragen lediglich ein ähnliches Äußeres ohne dass dabei das Verfahren eine Auswirkung auf die Schnitteigenschaften des Messers hat. Denn die ohne den speziellen Fertigungsvorgang hergestellten Messer tragen nicht die für den Damast einzigartigen Eigenschaften wie die außergewöhnliche Härte und Schärfe. Damast Messer die ungewöhnlich billig erscheinen können somit häufig eine Fälschung sein. Daher ist es besonders Sinnvoll sich von einem Fachmann beraten zu lassen und sich ein korrektes Mischungsverhältnis bestätigen zu lassen. Auch ist für das ordnungsgemäße Härten und Anlassen der fertigen Klinge die Handarbeit eines erfahrenen Schmiedes erforderlich. Diese besonderen Eigenschaften des Messers macht es jedoch auch empfindlich. Zum einen ist das Metall des Messers nicht rostfrei und sollte stets gut getrocknet werden. Auch kann das Messer bei einem nicht bestimmungsmäßigen Gebrauch empfindlich reagieren. Daher sollte das hochwertige Messer nicht beispielsweise als Hebel verwendet oder auf einer allzu harten Unterlage eingesetzt werden um seine Beständigkeit zu gewährleisten. Durch die unsachgemäße Verwendung können Scharten im Metall entstehen oder das Messer sogar brechen. Beim Schneiden sollte stets eine hochwertige Unterlage aus Holz verwendet werden und das Schleifen mit Hilfe eines feinkörnigen Wetzsteins geschehen. Damit kann das Messer unter der richtigen Anwendung auch zu Hause selbst geschärft werden. 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